Strafrecht

Wir sind als Strafverteidiger im gesamten Bundesgebiet tätig. Im Vordergrund steht für uns, auf ein rechtsstaatlich einwandfreies Verfahren für den Beschuldigten hinzuwirken. Idealerweise führen unsere Bemühungen zu einem Freispruch des Angeklagten. Oftmals können wir im Strafrecht schon frühzeitig die Einstellung des Verfahrens erreichen. In allen anderen Fällen wirken wir auf eine tat- und schuldangemessene Entscheidung hin. Rechtsanwalt Volker Warns ist als Strafverteidiger seit Beginn seiner anwaltlichen Laufbahn tätig.

Was wir für Sie tun:

  • Strafverteidigungen in sämtlichen Strafverfahren
  • Beratung und Vertretung im Ermittlungs-, Haupt- und Rechtsmittelverfahren
  • Unterstützung beim Täter-Opfer-Ausgleich
  • Beratung und Vertretung bei Bewährungswiderruf und Untersuchungshaft
  • Verteidigung im Strafbefehlsverfahren
  • Interessenvertretung von Opfern und Zeugen

Vorladung zur Vernehmung durch Polizei oder Staatsanwaltschaft

Besteht ein Anfangsverdacht gegen eine Person, so wird diese in der Regel von der Polizei zur Vernehmung vorgeladen. Das Strafrecht räumt dem Beschuldigten hierbei die Gelegenheit ein, den Tatvorwurf auszuräumen. Als Beschuldigter sind Sie aber nicht verpflichtet, dieser Vorladung zu folgen oder etwa gar Angaben zum Tatvorwurf zu machen. Wir können Ihre Verteidigung bereits übernehmen, wenn Sie von der Polizei oder der Staatsanwaltschaft vorgeladen wurden. Wir legitimieren uns dann gegenüber den Strafverfolgungsbehörden für Sie und beantragen zunächst Akteneinsicht,  bevor wir mit Ihnen gemeinsam entscheiden, ob und ggf. welche Angaben für Sie von Vorteil sind

Ermittlungsverfahren

Haben die Strafverfolgungsbehörden Anhaltspunkte dafür, daß eine Straftat begangen wurde, wird ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dieses kann  gegen “Unbekannt” geführt werden, wenn Verdächtige zunächst nicht zu ermitteln sind. Soweit gegen eine bestimmte Person ein Anfangsverdacht besteht, wird gegen diese als Beschuldigte ermittelt. Ermittlungen im Strafrecht sind dabei sämtliche Beweiserhebungen, sowohl zugunsten als auch zulasten des Beschuldigten. Liegt bei Abschluss des Ermittlungsverfahrens ein hinreichender Tatverdacht vor, wird von der Staatsanwaltschaft die öffentliche Klage bei Gericht erhoben, ein Strafbefehl beantragt oder aber das Verfahren mit oder ohne Auflage beispielsweise wegen geringer Schuld eingestellt. Häufig kann der Strafverteidiger auf letzteres hinwirken.
Liegt kein hinreichender Tatverdacht vor, so sieht das Strafrecht vor, dass das Ermittlungsverfahren einzustellen ist.

Recht auf einen Strafverteidiger

Dem Rechtsstaatsgebot folgend, hat ein Beschuldigter das Recht, sich von einem Rechtsanwalt als Strafverteidiger vertreten zu lassen. Dieses Recht ist ausdrücklich in der Strafprozessordnung (Stopp) und der Europäischen Konvention der Menschenrechte (EMRK) verbrieft. Danach kann der Beschuldigte in jeder Lage des Strafverfahrens einen Anwalt bzw. Strafverteidiger zu Rate ziehen. Von dieser Möglichkeit sollte der Beschuldigte unbedingt Gebrauch machen. Nur der Verteidiger erhält Akteneinsicht und kennt sich mit den Besonderheiten des Strafprozeßrechtes aus. Er weiß, wie in Gesprächen mit Staatsanwaltschaft und Gericht Einstellungen, Teileinstellungen oder Beschränkungen der Anklage erreicht werden können. Er berät Sie, ob und in welchem Umfang es sinnvoll ist, Angaben zum Tatvorwurf zu machen oder Geständnisse bzw. Teilgeständnisse abzulegen.

Akteneinsicht

Grundlage jeder Strafverteidigung ist die Akteneinsicht. Der Strafverteidiger muss im Strafverfahren über dasselbe Aktenmaterial verfügen wie z.B. die Staatsanwaltschaft. Das Strafprozeßrecht räumt dem Strafverteidiger dieses Recht ausdrücklich ein. Nur auf diese Weise kann Klarheit über die bestehende Beweislage gewonnen und die Verteidigungsstrategie daran ausgerichtet werden. Nach Akteneinsicht ist über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Einlassung

Nach Sichtung der Akten kann der Strafverteidiger eine Einlassung (auch Verteidigungsschrift oder Schutzschrift) bei der Staatsanwaltschaft abgeben. Damit können vom Strafverteidiger Umstände vorgetragen werden, die den Tatverdacht ausräumen oder zu einer anderen Bewertung der strafrechtlichen Relevanz der Tathandlung führen. Häufig kann der Rechtsanwalt bzw. Strafverteidiger mit der Verteidigungsschrift auf eine Verfahrenseinstellung hinwirken.

Durchsuchung

Das Strafrecht sieht die Durchsuchung als prozessuale Zwangsmaßnahme vor. Diese dient der Ergreifung oder Beweissicherung. Sie wird von einem Richter angeordnet, kann aber u.U. auch durch die Staatsanwaltschaft und ihre Hilfsbeamten angeordnet werden. Die Durchsuchung erfolgt dann durch die Polizei. Sind Sie von einer Durchsuchung betroffen, sieht das Strafrecht die Möglichkeit vor, einen Rechtsanwalt oder Strafverteidiger zu verständigen, um dessen Erscheinen zu ermöglichen.

Untersuchungshaft und Haftprüfung

Im Strafrecht kann zur Sicherung des Verfahrens Untersuchungshaft angeordnet werden. Der Beschuldigte wird dann in eine Untersuchungshaftanstalt verbracht.
Als Strafverteidiger haben wir bundesweit Zugang zu allen U-Haftanstalten. Gegen einen Haftbefehl bestehen die Rechtsbehelfe der Haftprüfung und Haftbeschwerde. Dies sieht das Strafrecht ausdrücklich vor. Die Haftprüfung sollte durch einen Rechtsanwalt bzw. Strafverteidiger beantragt werden. Zu erörtern ist, ob der Haftbefehl aufzuheben oder außer Vollzug zu setzen ist (Haftverschonung). Häufig kann der Strafverteidiger auf diese Art die Beendigung der U-Haft bewirken.
Voraussetzung für den Erlaß eines solchen Haftbefehls ist das Bestehen zumindest eines der folgenden Haftgründe:
Fluchtgefahr: Es ist zu besorgen, daß sich der Beschuldigte durch Flucht der Strafverfolgung entzieht. Dies kann insbesondere angenommen werden bei Personen, die keinen festen Wohnsitz im Bundesgebiet haben so wie bei einer zu erwartenden hohen Haftstrafe im Falle einer rechtskräftiger Verurteilung.
Verdunkelungsgefahr: Es ist zu besorgen, daß der Beschuldigte zu seiner Überführung dienende Beweismittel beiseite schafft und / oder Zeugen z.B. durch Bedrohung o.ä. zu beeinflussen versucht.
Wiederholungsgefahr: In Anbetracht der geltenden Unschuldsvermutung bis zur rechtskräftigen Verurteilung sind die Haftrichter gehalten, diesen Haftgrund äußerst restriktiv zu handhaben. Bei Geständnissen oder Betroffenheit auf frischer Tat kann die Unschuldsvermutung im Einzelfall hinter den Haftgrund der Wiederholungsgefahr zurücktreten. Auch muß die zur Last gelegte Straftat aus sich heraus eine hinreichende Wahrscheinlichkeit der Wiederholung beinhalten, was häufig bei Sexualdelikten angenommen wird.

Anklageschrift und Hauptverfahren

Wenn das Ermittlungsverfahren im Strafrecht abgeschlossen ist und hinreichender Tatverdacht gegen den Beschuldigten besteht, fertigt die Staatsanwaltschaft ihre Anklageschrift und sendet diese an das Strafgericht. Dieses stellt dem Angeschuldigten die Anklage zu und prüft, ob zu Recht Anklage erhoben wurde. Der Angeschuldigte erhält Gelegenheit, Beweiserhebungen zu beantragen oder Einwendungen gegen die Eröffnung des Hauptverfahrens vorbringen. Dies sollte der Strafverteidiger übernehmen. Stimmt das Gericht der Einschätzung der Staatsanwaltschaft zu, setzt es einen Hauptverhandlungstermin an.

Strafbefehl

Im Strafrecht werden Fälle leichterer Kriminalität häufig im Strafbefehlsverfahren erledigt. Das Strafrecht sieht dieses Verfahren allerdings nur bei Vergehen vor, des weiteren muß aus Sicht der Anklage die Beweislage eindeutig sein.  Es findet dann keine mündliche Verhandlung statt. Stattdessen beantragt die Staatsanwaltschaft den Erlass eines Strafbefehls, der auch schon die Rechtsfolgen (z.B. Geldstrafe und / oder Entziehung der Fahrerlaubnis) beinhaltet. Wenn keine Bedenken entgegenstehen, hat der Richter den Strafbefehl zu erlassen. Der Strafverteidiger kann durch Einspruch gegen den Strafbefehl eine mündliche Verhandlung erzwingen, in der dann auch eine Beweisaufnahme durchgeführt werden kann.
Insbesondere im Verkehrsstrafrecht kann es sinnvoll sein, umgehend Rechtsmittelverzicht zu erklären, um den Lauf von Fristen, z.B. für die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis, in Gang zu setzen. Die Einzelheiten erläutern wir gern mit Ihnen.

Einstellung wegen geringer Schuld

Oftmals können Anwalt oder Strafverteidiger die Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld erreichen, gegebenenfalls gegen Auflagen. Hierzu setzen wir uns mit der Staatsanwaltschaft in Verbindung. Ob eine Verfahrenseinstellung in Betracht kommt, ist allerdings eine Frage des Einzelfalles. Denn eine solche Einstellung  kommt im Strafrecht nur dann in Betracht, wenn die Tat ein Vergehen zum Gegenstand hat und die Schuld des Täters gering ist. Zu berücksichtigen ist dabei, wie häufig der Beschuldigte mit dem Strafrecht in Konflikt geraten ist, wie groß der von ihm angerichtete Schaden ist und ob sich der Täter nach Begehung der Tat reuig gezeigt hat.

Freispruch

Im Strafrecht endet ein Hauptverfahren im Idealfall mit einem Freispruch. Hierauf wirkt der Strafverteidiger hin. Ist die Entscheidung rechtskräftig, so darf der Angeklagte wegen derselben Tat nicht noch einmal verurteilt werden. Nur unter bestimmten Umständen besteht für die Staatsanwaltschaft die Möglichkeit, das Verfahren wieder aufzunehmen. Ein Freispruch kann auf unterschiedlichen Gründen beruhen, so etwa, wenn die Täterschaft nicht nachgewiesen werden konnte oder das vorgeworfene Verhalten nicht strafrechtlich relevant ist. Bei einem Freispruch sieht das Strafrecht die Kostentragung durch die Staatskasse vor.

Rechtsmittel im Strafrecht

Gegen ergangene Urteile und Strafbefehle legen wir auch Rechtsmittel für Sie ein. Sollten Sie zu einer Geld- oder Haftstrafe verurteilt worden sein, besteht im Strafrecht die Möglichkeit, die Entscheidung des Gerichts mittels Berufung oder Revision anzufechten. Hierbei ist allerdings auf die im Strafrecht geltende Rechtsmittelfrist zu achten, ansonsten wird das Urteil rechtskräftig. Vor diesem Hintergrund sollten Sie unmittelbar nach Urteilsverkündung Kontakt mit uns aufnehmen, damit die Frist für ein Rechtsmittel nicht verstreicht.

Bewährungswiderruf

Sind Sie zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden und während der Bewährungszeit erneut in Konflikt mit dem Strafrecht geraten, kann die Staatsanwaltschaft den Bewährungswiderruf beim zuständigen Gericht beantragen. Das Strafrecht verlangt, dass das Gericht Gelegenheit zur Äußerung gibt. Lassen Sie sich hierbei von einem Strafverteidiger vertreten, denn der Bewährungswiderruf hätte zur Folge, dass Sie die Freiheitsstrafe antreten müssen. Als Strafverteidiger können wir auf Alternativen zum Bewährungswiderruf hinwirken. Hierzu beraten wir Sie gern.

Verkehrsstrafrecht

Als Strafverteidiger sind wir auch häufig mit Straftaten aus dem Verkehrsstrafrecht betraut. Gegen den Verursacher eines Verkehrsunfalls kann ein Strafverfahren eingeleitet werden, so etwa wegen fahrlässiger Körperverletzung. Trunkenheitsfahrten und Fahrten ohne Fahrerlaubnis geben ebenso wie das unerlaubte Entfernen vom Unfallort bei „Parkremplern“ Anlass zu Ermittlungen. Neben einer Verurteilung zu einer Geld- oder Freiheitsstrafe droht häufig auch der Entzug der Fahrerlaubnis und die Anordnung einer Sperrfrist zur Neuerteilung derselben.

Jugendstrafrecht

Der Strafverteidiger ist bemüht, Entwicklungs- oder Reifedefizite hervorzuheben oder auf typische Jugendverfehlungen hinzuweisen, um die Anwendung des Jugendstrafrechts zu ermöglichen. Bei jugendlichen Tätern kommt das Jugendstrafrecht immer zur Anwendung. Aber auch bei Heranwachsenden (18 bis 20 Jahre) kommt es in Betracht, in Berlin und Hamburg sogar überdurchschnittlich häufig. Ab dem 21. Lebensjahr ist die Tat nach Erwachsenenstrafrecht zu beurteilen. Da dem Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke zugrunde liegt, kommen Erziehungsmaßregeln, Zuchtmittel und Jugendstrafen zur Anwendung.

Entschädigung im Strafrecht

Das Strafrecht gibt dem Geschädigten die Möglichkeit, den aus der Straftat erwachsenen vermögensrechtlichen Anspruch gegen den Beschuldigten bereits im Strafverfahren geltend zu machen. Man spricht dann von einem Adhäsionsverfahren. In der Regel geht es um Schadensersatz oder Schmerzensgeld. Wir können als Strafverteidiger Entschädigungen im Adhäsionsverfahren vor Gericht für Sie geltend machen.

Opfervertretung und Nebenklage

Wir vertreten nicht nur Straftäter, sondern  auch Opfer von Straftaten. In bestimmten Fällen ermöglicht es das Strafrecht, sich mit einer Nebenklage der Staatsanwaltschaft anzuschließen. Das Opfer kann sich vor Gericht durch einen Anwalt bzw. Strafverteidiger vertreten lassen und hat das Recht, ständig in der Hauptverhandlung anwesend zu sein,Täter und Zeugen zu befragen, Beweisanträge zu stellen und Erklärungen abzugeben. Mit der Nebenklage können Sie im Strafrecht erheblichen Einfluss auf die Verurteilung des Angeklagten nehmen. Gerne beraten wir Sie als Opfer bzw. Geschädigten.

Zeugenbeistand im Strafrecht

Auch Zeugen können einen Rechtsanwalt als rechtlichen Beistand zu einer Vernehmung hinzuziehen. Wenn Sie es vorziehen, in Begleitung durch einen Anwalt oder Strafverteidiger zu Ihrer Vernehmung zu erscheinen, so können wir Ihnen bei Gericht zur Seite stehen. Der Anwalt hat ein Anwesenheitsrecht bei Vernehmungen, kann Verstöße gegen Prozessrecht beanstanden und Zeugenrechte geltend machen.